Agile Testing Days - Eine Entwicklerin unter Testern

Christiane Helmchen
Christiane Helmchen ist stets darauf bedacht, dass unsere Software anständig getestet und stabil gestaltet wird.
Lesedauer ca. 3 Minuten

Die harten Fakten zu "Europe’s greaTEST Agile software testing event!" lesen sich nicht schlecht: tolles Hotel in der Nähe vom Schloss Sanssoucci, ca. 100 internationale Speaker, bis zu neun Tracks gleichzeitig, mindestens drei Keynotes pro Tag, ein "Anything Build Party & TestLab" und ein "Escape the Room"-Spiel sowie eine professionelle Visualisierung des Events. Und wer am Abend noch nicht müde ist, kann sich auf den Social Events mit Gleichgesinnten vergnügen. Was kann denn da praktisch noch schiefgehen? Am Ende der Konferenz kann ich guten Gewissens sagen "Nichts".

Vorgehensweisen zum Testen und agile Themen waren vertreten

Die #AgileTD sind wie bereits erwähnt eine Konferenz, die hauptsächlich Tester als Zielpublikum hat. Aus diesem Grund sind die meisten Talks weniger technisch, abgesehen vom Dojo-Track. Stattdessen gab es viele interessante Ideen zu Vorgehensweisen beim Testen (Verkürzen der Testlaufzeit durch Parallelisierung, Datenbank In-memory, Simulation externer Abhängigkeiten bei Frontend-Tests oder Testen in Docker-Containern) oder allgemeinen agilen Themen wie Scrum oder Selbstverwirklichung und -beteiligung innerhalb der Firma ("Step outside the team", Living Documentation, "Learn fundamentals", "Learn your team's tune", "invest in impact"). 

Ich war persönlich besonders begeistert von allen Keynotes, die ich besucht habe. Dazu gehörten zum Beispiel "Music and Testing", bei der ca. 600 Besucher im vierstimmigen Kanon gesungen haben. Außerdem haben Alex Schladebeck und Huib Schoots die Parallelen zwischen der Arbeit und Kommunikation in einem agilen Team und Musik sehr anschaulich dargestellt. Oder "Be more useful: Test Beyond Quality, Beyond Software" von Mike Sutton mit einem Aufruf mehr zu sein, als nur ein Arbeiter, der Software testet. Meine Lieblings-Keynote war allerdings "Agile Leadership Lessons" von Selena Delesie. Jede Folie eine anregende Frage oder ein kurz zusammengefasster Punkt, der zum Nachdenken oder Zustimmen anregt; Plus Interaktion mit dem Publikum, das die Fragen selbst beantworten sollte - insgesamt eine unglaublich angenehme, herausfordernde und spannende Keynote.

Bei der Menge an Tracks und damit parallel laufenden Talks fiel es mir oft schwer mich zu entscheiden. Hier ist mir besonders das Dojo zum "Embedded Testing" positiv im Gedächtnis geblieben, da ich mit einem "lebenden" Tester gemeinsam Software auf Fehler und Ungereimtheiten untersuchen durfte und mir dabei die Arbeitsweise eines Testers nicht nur in der Theorie, sondern in der Praxis angesehen habe. Fazit: Wir haben zwar keine dedizierten Tester bei punkt.de, aber wir denken und arbeiten so als wären wir selbst welche. Auch aus anderen Talks wie "Need for Speed" oder "Quality Continuously Delivered" kann ich guten Gewissens sagen, dass wir die meisten der Vorschläge bereits umsetzen (BDD mit Behat, Performance Testing mit Gatling, Nutzung dedizierter Test-Fixtures).

Neben den vielen Vorgehensweisen und Ideen für bessere Tests habe ich außerdem nebenbei von der Initiative Speaking Easy gehört. Auf ihrer Webseite kann jeder Software-Tester, der gerne einmal einen Talk auf einer Konferenz halten möchte, einen Mentor erhalten, der vom Formulieren des Abstrakts bis zum Vorbereiten des Talks behilflich ist. Wer Mentor sein möchte kann sich ebenfalls auf der Seite registrieren und wird dann mit einem Suchenden zusammengebracht. Diese Idee finde ich besonders toll. Vielleicht gibt es etwas ähnliches irgendwann auch für Entwickler.

Ein super Event, nicht nur für Tester

Insgesamt empfand ich die Organisation der ATD als herausragend. Alle Räume waren mit den in ihnen stattfindenden Talks des Tages beschriftet, es gab selten Verspätungen (und wenn, dann nicht lange) und die Pausen waren ebenfalls sehr gut organisiert und verteilt. Ich habe es sehr genossen beim Frühstück und Mittagessen im Hotel mit verschiedenen Besuchern oder dem ein oder anderen Speaker zu sprechen oder manchmal auch nur zuzuhören. Und obwohl die Konferenz nicht so technisch war, wie ich erwartet hatte, würde ich sie nicht nur Testern ans Herz legen, sondern auch Projektmanagern, POs oder Scrum Mastern sowie Entwicklern, die Einsicht in das Vorgehen beim Testen erlangen wollen. Ich freue mich schon darauf, Videos und Slides einiger Talks und Keynotes zu sehen, um mir einige Fragen noch einmal überdenken und bei punkt.de vorstellen zu können. 

Und wer nicht auf der #AgileTD sein konnte, für den hab ich noch ein paar Sketchnotes, die euch einen Eindruck davon vermitteln sollen, wie vielfältig die Themen waren.

Autor: Christiane Helmchen

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