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Ein Ausflug zur Neos Conference 2018

Ein Ausflug zur Neos Conference 2018

Als Neuling in der Neos-Szene war es für mich besonders spannend, die NeosCon zu besuchen, die 2018 zum zweiten Mal in Hamburg stattfand.

Mein erster Kontakt mit der Neos-Community war die Warm-Up-Veranstaltung in der Bricks Tea Lounge and Bar, wo das Organisationsteam der NeosCon von sitegeist  Tische reserviert hatte. Schon beim Betreten der Bar fiel mir bei den Anwesenden die Stimmung auf: Hier trafen sich Leute in einer lockeren Atmosphäre, die sich darauf freuten die nächsten Tage miteinander zu verbringen, um gemeinsam über Neos zu reden und ein lebendiges Projekt weiter voranzubringen. Ich wurde als Neuling genauso herzlich begrüßt und aufgenommen wie die bereits bekannten Teilnehmer.

Am Freitagmorgen machten wir uns auf zum diesjährigen Veranstaltungsort, dem Panoramadeck von Nord-Event im 23. Stockwerk des Scandic Emporio. Es begrüßte uns Sven Ditz, der Geschäftsführer von sitegeist und Moderator der Konferenz, mit dem selbstbewussten Satz: „This location shows where Neos has come to be, right at the top."

Ehrlich gesagt wirkte diese Aussage auf mich zunächst etwas provokant. Aber die folgenden Stunden und Tage haben mir gezeigt, was das Ziel der Neos-Community ist: das Beste bieten, was ein Content-Management-System leisten kann, ohne dabei abzuheben und auf andere Projekte herabzuschauen. Die selbstbewusste Begrüßung war als Motivation gedacht, genau diesen Spirit voranzutreiben.

Nie mehr vi und Emacs?

Beim Talk The perfect Neos project setup rannte Karsten Dambekalns bei mir offene Türen ein. Er plädierte bei aller Liebe zu vi und Emacs dafür, statt einfacher Texteditoren beim Entwickeln eine voll ausgestattete IDE zu verwenden - denn IDEs helfen dabei, eine Übersicht über komplexere Projekte wie Neos und das Flow-Framework zu bekommen und diesen Überblick auch zu behalten :) Tools wie Code-Completion und Code-Inspektion sind weitere Argumente für IDEs.

Außerdem sprach er sich vehement für die Verwendung von Source-Code-Vewaltungssystemen wie git und automatisiertes Testen aus. Natürlich räumte auch er ein, dass diese Techniken schon recht lange im Umlauf sind. Aber solange es immer noch Entwickler gebe, die zur Versionsverwaltung Dateibäume kopierten, dürfe man seiner Ansicht nach nicht müde werden, immer wieder darauf hinzuweisen.

Gold-Award für Punkt.de

Mein punkt.de-Kollege Daniel Lienert stellte in einer Case-Study ein Projekt vor, das sein Team mit ihm als Scrum-Master für den Verlag Versicherungswirtschaft (VVW) realisiert hat: die Digitalisierung von Texten im Rahmen einer neuen Verlagsstrategie. Die Texte werden im DITA-Ausgangsformat durch ein selbst entwickeltes Import-Plugin in Neos eingelesen und liegen dann in Neos als Artikel vor - als wären sie direkt dort eingegeben worden. In Neos können sie dann noch weiter bearbeitet und formatiert werden, falls notwendig. Nun können die Artikel in verschiedene Ausgabeformate wie Webseitenartikel, E-Books, Zeitschriftenartikel und Buchvorlagen exportiert werden.

Die Webseitenartikel werden direkt auf der Website des Verlags platziert, während die E-Books in den Shop integriert und zum Verkauf angeboten werden können. Wenn die Texte als Zeitschriftenartikel oder als Buch in den Druck gehen sollen, können sie direkt nach Adobe InDesign exportiert werden, um hier final gesetzt zu werden. Dabei wird natürlich die bereits existierende Formatierung berücksichtigt. Für Szenenapplaus sorgte der Fakt, dass jetzt bereits ungefähr 400.000 Neos-Nodes verwaltet werden mit dem Ziel, diese Zahl auf bis zu 2.000.000 Neos-Nodes zu erhöhen. Neos-Nodes sind Textkörperteile wie Überschriften, Absätze und Grafiken.

Am Ende des Konferenztages wurden insgesamt sechs Neos-Awards vergeben - Bronze, Silber und Gold sowie drei weitere "Excellence Awards". Die Jury bestand aus Andreas Förthner, Aske Ertmann und Gerhard Boden, die durch ihre rege und langjährige Aktivität in der Neos-Community ausgewählt wurden.

Wir sind glücklich und stolz, dass wir für das VVW-Projekt den Neos Gold-Award erhalten haben!

Weitere Gewinner-Projekte:

Excellence-Awards

  • Sitegeist Monocle - Ein Neos-Modul, das die Möglichkeit bietet, Styleguides für Redakteure im Backend anzuzeigen
  • HSSO von ttree - Ein Datenbankprojekt der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Kollaboration mit den Universitäten Zürich, Genf und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, das historische Statistiken der Schweiz aufbereitet und durchsuchbar macht.
  • Die Intranetumsetzung von Nemetschek, die von der Agentur FormatD realisiert wurde.

Bronze: Der Neos-Award in der Kategorie Bronze ging an ein Team von Sitegeist, das den Webauftritt für Canusa Touristik umgesetzt hat, einer Touristikagentur, die auf Kanada und die Vereinigten Staaten von Amerika spezialisiert ist.

Silber: Der Neos-Award in der Kategorie Silber ging an wysiwyg* für Canyon Bicycles, eine Website mit Online-Shop eines Fahrradherstellers.

"Dance agile, drink lean"

Anschließend lud uns Sven Ditz zum Social Event mit der Aufforderung "Dance agile, drink lean" in den Hamburger Club Nochtwache ein. Neben sehr guten Instanzen der Standard-Cocktails und Longdrinks gab es hier auch Eigenkreationen, die sich echt sehen bzw. schmecken lassen konnten. Hier bot sich nun die Gelegenheit in lockerer Atmosphäre Teilnehmer anderer Firmen kennenzulernen oder alte Bekanntschaften zu pflegen sowie gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Auch hier fiel mir das ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl der Neos-Community auf, das mich fühlen ließ, als hätte ich schon immer zu dieser Community gehört, auch wenn das so ziemlich mein erster Berührungspunkt mit dieser war.

Mehrere Websites in einer Neos-Instanz hosten

One Neos - Many Websites von meinem punkt.de-Kollegen Sebastian Helzle war der erste Talk am zweiten Konferenztag. Darin stellte er vor, wie es möglich ist mehrere Websites in einer einzigen Neos-Instanz zu hosten. Dadurch spart man nicht nur Aufwand für die Redakteure, da diese sich nur an einer Stelle anmelden müssen, sondern es ist auch sehr einfach möglich zwischen den Seiten der verschiendenen Websites quer zu referenzieren. Zusätzlich können die verschiedenen Websites auf die gleiche Grundlage an Plugins und Medien zugreifen, womit es möglich wird die Medien an einer zentralen Stelle - dem Content Repository - vorzuhalten. Diese Möglichkeit ist extrem interessant für mich, weil ich bisher nur mit Content-Management-Systemen in Berührung gekommen bin, die pro Instanz auch nur eine Website verwalten konnten und man damit einen Nutzerzugang pro Website brauchte. Gerade für Agenturen, die viele kleine Websites für kleinere Kunden erstellen und hosten, kann diese Vorgehensweise eine große Vereinfachung sein. Durch die Rechteverwaltung von Neos ist es dann trotzdem möglich, dass Redakteure nur Zugriff auf die Bereiche bekommen, die sie betreuen.

Integration von Stock-Foto-Diensten in Neos

Ein weiterer Talk, der mich interessierte, war Everything about Assets von Neos-Gründer und einem der Geschäftsführer von Flow Native: Robert Lemke. Er sprach darüber, wie sie die Möglichkeit geschaffen haben, in Neos das Content Repository mit Storage- und Mediendiensten zu verbinden. Mittels dieser Integrationsschnittstelle kann man Bilder und andere Medien in Storage-Dienste wie Google Cloud oder AWS von Amazon ablegen und die Medien in Neos verknüpfen. Zusätzlich soll es Implementierungen der Schnittstelle geben, die Verbindungen zu Stock-Photo-Diensten wie Shutterstock bieten, damit Redakteure direkt aus Neos heraus in den Angeboten solcher Dienste suchen und die Medien sofort erwerben können, ohne erst den Umweg über entsprechende Portale zu machen und die Daten in das Content Repository von Hand einfügen zu müssen.

Robert zeigte uns live, wie das funktioniert: Er machte ein Foto von den Zuhörenden mit seinem Smartphone und lud dieses anschließend in einen bestimmten Ordner bei Google hoch. Und voilà - es tauchte automatisch in seiner Neos-Instanz auf. Das war schon echt beeindruckend, gerade weil ich mir sehr gut vorstellen kann, dass die Integration von Stock-Foto-Diensten eine sehr große Erleichterung für Redakteure darstellen kann. 

 Videos zur NeosCon 2018

Alle Talks der Konferenz wurden live ins Internet gestreamt. Die Aufzeichnungen der Talks sind in einer YouTube-Playliste verfügbar und können somit jederzeit angeschaut werden. Die gesamte Konferenztechnik wurde von der Sandstorm-Media bereitgestellt und durch eigene Erfahrungen in der Veranstaltungstechnik möchte ich hier ein großes Lob dafür aussprechen, mit welcher Professionalität hier vorgegangen wurde.

Am späten Nachmittag endete dann auch der zweite Konferenztag. Auch wenn die knapp drei Tage schon sehr anstrengend waren, muss ich doch sagen, dass ich sehr viel Spaß hatte und mich als Neuling sehr wohl und angenommen gefühlt habe. Ich freue mich schon auf die NeosCon 2019, wenn die Konferenz Hamburg verlassen und nach Dresden weiterziehen wird, dort dann in den Alten Schlachthof.

Autor: Lars Liedtke

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