Warum ich meine lokale Entwicklungsumgebung liebe!

Fabian Stein
Fabian Stein engagiert sich im Bereich Branding & Konzeption und ist Leader des TYPO3 Marketing Teams.

Die einfache Antwort ist natürlich: „Gar nicht“. Ich bin gemäß meiner Profession kein Entwickler, denn ich habe Online Medien studiert und arbeite nun im Vertrieb. Nur ab und an entwickle ich gemeinsam mit Freunden private Webseiten. In den letzten Jahren realisierte ich so einige kleinere Webseiten wie z.B. (www.ejw.de) - meist mit viel Templating und einigen kleineren Extensions. Ich zähle also definitiv nicht zu den „High Profile Developern“, die jede Zeile Code im Projekt verstehen und genau wissen wollen wie alles funktioniert. Trotzdem hab ich einen Anspruch daran, dass die Seiten, die ich entwickle funktionieren und ich so damit arbeiten kann, wie es mein Alltag zulässt - da ich ständig auf Achse bin und wie bereits erwähnt, meist nicht alleine an einem Projekt arbeite. Und als ich neulich erneut an www.ejw.de gearbeitet habe, musste ich wieder einmal feststellen, dass ich eine lokale Entwicklungsumgebungen benötige: Warum? Das möchte ich nun ausführen:  

Durch eine lokalen Entwicklungsumgebung hat man weniger Schmerzen beim Einrichten eines neuen Webprojektes

Begonnen hat das ganze Drama als drei Projektbeteiligte (ein echter Entwickler, ein echter Designer und ich) beginnen wollten zu entwicklen . Auf zwei MacBooks funktionierte der XAMPP nicht und wir mussten auf den MAMP umsteigen, dann mussten wir unterschiedlichen Hürden bei der Installation von grunt bewältigen, da die Pakete und Tools auf den Rechnern sehr unterschiedlich waren. Schließlich war das ImageMagick für TYPO3 nicht eingerichtet. Das Ende vom Lied war, dass nicht eine einzige Instanz genau so funktionierte wie die andere. Bei Einem wurden Bilder nicht skaliert, der Zweite konnte keine Extensions aus dem Extension Manager laden, aber der Dritte hatte zumindest eine stabile Umgebung - der Developer wars nicht ;)

Wie sehr hätte ich mir da schon eine virtuelle Box gewünscht, die sich jeder herunterladen kann, die wir dann alle hochfahren und anschließend direkt damit beginnen können, mit git und composer das Projekt dort hinein zu provisionieren. So hätten wir alle den gleichen Softwarestand und könnten direkt mit dem Projekt beginnen statt mit dem Einrichten der Entwicklungsumgebung.  

Mittlerweile habe ich so eine virtuelle Box (vBox) von unserer Technik entwickelt bekommen. Der Vorteil unserer neuen vBox ist in diesem Fall ganz klar, dass die Maschinen einfach so funktionieren können und die Abhängigkeiten immer gleich sind. Das macht vieles einfacher. Ein Tutorial wie man diese Box z.B. mit Neos nutzen kann gibt es hier.

Da die vBoxen eine lokale Entwicklungsumgebung auf dem eigenen Rechner schaffen, die exakt dem Abbild des Servers entsprecht, haben wir die Möglichkeit den Code auch von dort direkt auf den Server zu liefern und per Git und Composer die Software aktuell zu halten. Mit dem alten System war das nicht möglich. Abhängigkeiten im Code entstanden zum Beispiel dadurch, dass meinem MacBook Groß- und Kleinschreibung egal ist, und dadurch relative Datei-Links bei mir funktionieren und auf manchen Servern nicht. Manche behaupten ja, dass solche Abhängigkeitsprobleme nur in großen Projekten vorkommen, aber das kann ich leider nicht bestätigen. 

Mit einer lokalen Entwicklungsumgebung kann ich auch offline arbeiten

Als ich neulich auf der TYPO3 User Group in Stuttgart war, hörte ich von jemandem, dass er weder ein Versionierungssystem noch lokale Instanzen nutze, sondern immer auf dem Live-System arbeite. Wie ich finde, schränkt das ziemlich ein beim Arbeiten, denn man kann nicht mit Personen zusammenarbeiten und es muss für den Kunden in Ordnung sein, wenn die Live-Seite auch mal kaputt ist.

Der Vorteil, den ich nun durch die vBox habe, ist also die Möglichkeit sinnvoll mit mehreren Teammitglieder zusammen zu arbeiten. Zudem ist die vBox ein „breakable Toy“, denn wenn ich mir die lokale Umgebung kaputt mache, kann ich mir einfach die vBox erneut herunterladen und das Projekt neu rein provisionieren - fertig!

Als einer von ca. 20 Mio. Pendlern in Deutschland, fahre ich jeden Tag ca. eine Stunde mit dem ICE, von Frankfurt nach Karlsruhe. Um diese Zeit sinnvoll zu nutzen, arbeite ich oft im Zug. Zwar gibt es theoretisch im ICE auch Internet, aber zur Webseiten-Entwicklung wie früher mit Development Server und SSH oder FTP Verbindung reicht der Hotspot im ICE leider selten. Dafür kommt es mir sehr gelegen, dass wir mit der neuen Entwicklungsumgebung die Möglichkeit haben, direkt im Zug offline zu arbeiten. So hol ich mir die letzten Tipps zur Entwicklung der Projektes von Kollegen beim Verlassen der Firma, kann anschließend eine Stunde im ICE ungestört und konzentriert an meinen Webprojekten arbeiten und schließlich zuhause noch kurz git pull & git push. Und schon ist die Seite wieder ein Stück weiter gekommen - und ich habe ein wenig mehr Freizeit 

Darum liebe ich meine lokale Entwicklungsumgebung.

Du findest die Idee geil und möchtest die vBox ausprobieren?

Hier hast du zwei Möglichkeiten:

1. Lies Daniel Lienerts Blogbeitrag zur Nutzung unserer vBox mit Neos. Daniel erklärt, wie das funktioniert - UND gleichzeitig kann du das CMS Neos kennenlernen bzw. ausprobieren.

2. Alternativ kannst du dir eine lokale Entwicklungsumgebung mit unserem proServer vorbestellen (Lieferung ab dem 31. Mai 2016).

Autor: Fabian Stein

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